Das Menschenlehrer-Buch

Helle Aufregung!

Nach den so spannenden Monaten unserer Ausbildung erscheint meine 1. Veröffentlichung.

 Im Buch "Menschenlehrer" erzähle ich gemeinsam mit 100 anderen Teilnehmern die Geschichte meiner wichtigsten Reise... die zu mir selbst.



Der Typ geht gar nicht!

Wie Veit mein Stirnrunzeln in tiefe Dankbarkeit verwandelte...

"Google mal den Namen Veit Lindau."

 

Ein willkürlicher Klick führte mich zu einem Video, in dem sich ein engagierter Mittvierziger auf einer Esoterik-Messe Stück für Stück auszog und dabei Red Bull trank. Irgendetwas hat mich trotzdem bis zum Ende weiter schauen lassen. Er hat mir eine Heidenangst eingejagt. Aber ich war in Not. Und ich wollte gerettet werden.

 

Damals vor einem Jahr war alles anders. Ich wollte die Wahrheit herausfinden. Endlich die Antwort auf all meine Fragen erhalten. Nichtwissend, dass es genau das ist, was mich heilen wird: Das Nicht-Wissen.

 

Anders übersetzt heißt das: Das Leben hat immer recht.

 

In den Monaten der Ausbildung durfte ich lernen, was das wirklich bedeutet. Was es bedeutet, den Widerstand aufzugeben. Gegen das, was sowieso da und genau jetzt an der Reihe ist. Egal, ob ich denke, dass ich sterbe oder dass mir der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Oder dass ich es nicht ertragen kann. Ich schaue in den Spiegel. Ich stehe auf festem Boden. Ich bin noch da. Ich kann all das. Und ich überlebe.

 

Noch nie ist jemand an Gedanken oder Gefühlen gestorben. Niemand. Niemals.

 

Ich habe nach 15 Jahren Werbung alle Sicherheiten verlassen, meinen Job gekündigt und setze jetzt alles auf eine neue Karte, auf der das Wort „Vertrauen“ steht. Ich nehme mir eine Auszeit – ohne Burnoutdiagnose oder Schwangerschaft. Ich habe eine Beziehung verlassen, in der ich nichts anderes tun konnte als einem wundervollen Mann vorzuwerfen, dass er mich nicht richtig lieben kann. Ich habe den Widerstand gegen meine Eltern aufgegeben und habe ihre Liebe bei mir ankommen lassen. Auf mein Visionboard habe ich mit Buntstiften das Wort „Integrale Business Beraterin“ gekritzelt und 3 x unterstrichen. Ich hatte ein paar spektakuläre Dates mit mir. Ich habe mich selbst geheiratet. Ich habe gefastet und auch das knapp überlebt. Ich habe jede Gelegenheit genutzt, um richtig zu heulen. Ich habe mich in meiner Komfortzone von der Gästeliste streichen lassen. Ich habe immer wieder das getan, was mir den größten Horror bereitet: Eine Gesprächsgruppe mit Stuhlkreis geleitet. Mich auf eine Tantramassage eingelassen. Mal nicht gelästert. Mich auf die Knochen blamiert. Mich entschuldigt. Mich verschenkt. Endlich vergeben. Auch mir. Einfach mal die Klappe gehalten und richtig zugehört. Vor 8 Leuten kleinlaut „Ich kann das nicht“ ausgesprochen. Hingabe ausprobiert und dabei tiefe Verbundenheit empfunden. Sanft Kontrolle verloren.

 

Dann dachte ich kurz, dass ich das mit der Freiheit gecheckt habe. Und dann festgestellt, dass immer, wenn ich damit geprahlt habe, endlich frei zu sein, die fetteste Lektion noch vor mir lag.

 

Ich habe erkannt, wie sinnlos und erschöpfend es ist, dass mein Ego in jedem unachtsamen Moment einen so harten Job zu erfüllen hat. Es soll dann von allem ablenken, was meine Schwäche zeigen könnte. Es soll so tun als ob ich mich nie einsam fühle. Es sollte vor zwei Wochen den grandiosesten Vortrag von allen halten. Es soll gerade den berührendsten Text in diesem Buch verfassen.

 

Mein größtes Geschenk an die anderen ist, mich selbst zu lieben. Nicht trotz, sondern wegen meiner Neurosen, meiner Unvollkommenheit und meines Dramas. Weil unter meinem mit Glaubenssätzen vollgeschissenen „Selbst“ das liegt, wonach ich mich am meisten sehne: mein Zuhause.

 

Oft fühlt sich das, was jetzt ist, ganz fein und still an. Und total unspektakulär. Und ich genieße das. Manchmal, kurz bevor ich darüber nachdenke, bin ich im Jetzt und dann ist es da: Mein „glücklich und frei sein“.

 

Am Wochenende war ich auf einem Healing-Festival in Berlin. Ich habe trancegetanzt, lichtgeatmet und klangyogiert, um wieder in mein Selbst zu kommen. Ich habe mit einem Erleuchteten gesprochen. Das war alles sehr spirituell und beräuchernd. Aber das Erleuchtendste dabei war, dass egal in welcher esoterischen Machart dies alles in mich floss, mir dort eigentlich niemand etwas Neues erzählt hat. Weil Veit mich schon von Anfang an an das erinnert hat, was ich fast nicht glauben konnte:

 

Alles ist schon immer da gewesen.

 


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